Ratgeber · Regeln

Penalty Area beim Golf: Was rot und gelb bedeuten und welche Optionen du hast

Aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit · von Julius Schröder · Quellen

Kurz gesagt

Eine Penalty Area ist ein rot oder gelb markierter Bereich, meist Wasser, aus dem du mit einem Strafschlag Erleichterung nehmen darfst. Bei Gelb hast du zwei Optionen, bei Rot zusätzlich den seitlichen Drop innerhalb von zwei Schlägerlängen. Du darfst den Ball auch straflos spielen, wie er liegt.

Illustration zum Thema Penalty Area
Inhalt
  1. Was ist eine Penalty Area?
  2. Penalty Area rot oder gelb: Was ist der Unterschied?
  3. Was bedeuten blaue Pfähle und andere Farben?
  4. Penalty Area Regeln: Welche Optionen hast du?
  5. Penalty Area Strafschlag: So zählst du richtig
  6. Ball nicht gefunden: Gilt er als in der Penalty Area?
  7. Was ist in der Penalty Area nicht erlaubt?
  8. Die drei häufigsten Fehler an der Penalty Area
  9. Häufige Fragen

Dein Ball fliegt schön, nur leider in den Teich. Kein Drama, für genau diesen Moment gibt es die Penalty Area mit klaren Optionen. Wer die Farben lesen kann und weiß, wo der Kreuzungspunkt liegt, verliert einen Schlag und keine zehn Minuten mit Diskussionen am Ufer.

Was ist eine Penalty Area?

Eine Penalty Area ist ein rot oder gelb markierter Bereich auf dem Golfplatz, aus dem du mit einem Strafschlag Erleichterung nehmen darfst. Meist ist das Wasser: Teiche, Bäche, Gräben.

Seit den Regeln von 2019 darf die Spielleitung aber auch Bereiche ohne Wasser als Penalty Area markieren, etwa dichtes Gestrüpp oder steiniges Gelände. Deshalb ist der alte Name Geschichte: Gelbe Bereiche hießen früher Wasserhindernis, rote Bereiche seitliches Wasserhindernis.

Und auf Deutsch? Die offiziellen deutschen Golfregeln übersetzen den Begriff nicht, sie sagen ebenfalls Penalty Area. Die Regel dazu ist Regel 17.

Dein Ball liegt in der Penalty Area, sobald irgendein Teil von ihm den Boden oder etwas anderes innerhalb der Grenze berührt. Die Grenzlinie gehört dabei zur Penalty Area. Beim Aus ist es genau andersherum: Dort muss der Ball vollständig jenseits der Grenze liegen.

Penalty Area rot oder gelb: Was ist der Unterschied?

Bei einer gelben Penalty Area hast du zwei Erleichterungsoptionen, bei einer roten drei. Die dritte ist der seitliche Drop, und der ist oft die bequemste Lösung.

FarbeOptionen mit 1 StrafschlagTypischer Ort
GelbSchlag und Distanzverlust, zurück auf der LinieWasser quer vor Grün oder Spielbahn, das du überspielen musst
RotSchlag und Distanzverlust, zurück auf der Linie, seitlichWasser oder Gestrüpp neben der Spielbahn

Die R&A empfiehlt den Clubs, die meisten Penalty Areas rot zu markieren. Gelb ist für Stellen gedacht, an denen das Überspielen Teil der Herausforderung ist. Ein Club darf auch alle Penalty Areas rot markieren. Ist die Farbe gar nicht gekennzeichnet, gilt die Penalty Area als rot.

Was bedeuten blaue Pfähle und andere Farben?

Blau ist keine Farbe für Penalty Areas. Blaue Pfähle oder Linien markieren meist Boden in Ausbesserung, und dort bekommst du straflose Erleichterung.

Weil die Farben so oft verwechselt werden, hier die Übersicht:

MarkierungBedeutungWas du tust
RotRote Penalty AreaSpielen, wie er liegt, oder 3 Optionen mit 1 Strafschlag
GelbGelbe Penalty AreaSpielen, wie er liegt, oder 2 Optionen mit 1 Strafschlag
Weiße PfähleAus1 Strafschlag, zurück zur Stelle des letzten Schlags
Blaue Pfähle oder LinienMeist Boden in AusbesserungStraflose Erleichterung
Rot oder gelb mit grünem KopfSpielverbotszone in der Penalty AreaErleichterung mit 1 Strafschlag ist Pflicht
Blau oder weiß mit grünem KopfSpielverbotszone, Boden in AusbesserungStraflose Erleichterung ist Pflicht

Die Farben für Aus und Boden in Ausbesserung sind in den Regeln nur empfohlen, nicht vorgeschrieben. Weiße Linien können auch Boden in Ausbesserung markieren. Im Zweifel steht die Bedeutung auf der Scorekarte oder am Aushang. Wer mit den Begriffen noch kämpft, findet sie im Golf-Glossar.

Penalty Area Regeln: Welche Optionen hast du?

Du darfst den Ball straflos spielen, wie er liegt, oder mit einem Strafschlag eine von bis zu drei Erleichterungen nehmen. Welche es gibt, hängt von der Farbe ab.

  1. Spielen, wie er liegt (straflos, rot und gelb). Es gelten dieselben Regeln wie im Gelände. Du darfst den Schläger aufsetzen, beim Probeschwung den Boden berühren und lose Naturstoffe wie Blätter entfernen.
  2. Schlag und Distanzverlust (1 Strafschlag, rot und gelb). Du spielst noch einmal von der Stelle deines letzten Schlags. Vom Abschlag darfst du wieder aufteen.
  3. Zurück auf der Linie (1 Strafschlag, rot und gelb). Du droppst auf der Linie vom Loch durch den Kreuzungspunkt, beliebig weit nach hinten.
  4. Seitliche Erleichterung (1 Strafschlag, nur rot). Du droppst innerhalb von zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt, nicht näher zum Loch.

Der Kreuzungspunkt ist die geschätzte Stelle, an der dein Ball zuletzt die Grenze der Penalty Area überquert hat. Nicht die Stelle, an der er im Wasser verschwunden ist. Rollt ein Ball erst am Ufer entlang und fällt dann hinein, können beide Punkte weit auseinanderliegen.

Straflos spielen klingt verlockend. Aus feuchtem Gras am Ufer klappt das oft, aus Wasser, das über dem Ball steht, fast nie. Ehrliche Selbsteinschätzung spart hier mehr Schläge als Mut.

Zurück auf der Linie: So droppst du richtig

Seit 2023 droppst du den Ball direkt auf die Linie. Der Punkt, an dem er zuerst den Boden berührt, bestimmt deinen Erleichterungsbereich: eine Schlägerlänge in jede Richtung.

  1. Stell dich so hin, dass Loch, Kreuzungspunkt und du auf einer Linie liegen.
  2. Geh auf dieser Linie so weit zurück, wie du willst. Oft lohnt eine Stelle, von der aus du eine volle Distanz mit einem Schläger hast, den du gut triffst.
  3. Lass den Ball aus Kniehöhe fallen, genau auf die Linie. Nicht werfen, nicht rollen.
  4. Bleibt er innerhalb einer Schlägerlänge vom Auftreffpunkt liegen, spielst du ihn. Näher zum Loch als der Kreuzungspunkt darf er nicht liegen.
  5. Rollt er zweimal aus dem Bereich, legst du ihn dorthin, wo er beim zweiten Drop zuerst den Boden berührt hat.

Seitliche Erleichterung bei Rot

Vom Kreuzungspunkt misst du zwei Schlägerlängen ab, nicht näher zum Loch. In diesem Bereich droppst du. Eine Schlägerlänge ist die Länge deines längsten Schlägers außer dem Putter, bei den meisten ist das der Driver.

Der Erleichterungsbereich darf in jedem Platzbereich liegen, nur nicht in derselben Penalty Area. Das kann das Rough sein oder, mit etwas Glück, das Fairway.

Penalty Area Strafschlag: So zählst du richtig

Jede Erleichterung aus der Penalty Area kostet genau einen Strafschlag. Landet dein Abschlag im Wasser, ist dein erster Schlag nach dem Drop Schlag 3.

SituationOptionNächster Schlag
Par 3, Abschlag in den gelben Teich vor dem GrünZurück auf der Linie droppenSchlag 3
Par 3, Abschlag in den gelben TeichAm Abschlag neu aufteenSchlag 3
Par 4, zweiter Schlag in den roten Bach neben dem FairwaySeitlich droppenSchlag 4
Abschlag bleibt im Ufergras innerhalb der Linie liegenSpielen, wie er liegtSchlag 2, keine Strafe
Abschlag in der Penalty Area, dein Schlag von dort bleibt drinNeue ErleichterungSchlag 4

Für die letzte Situation gibt es eine Sonderregel (Regel 17.2): Zusätzlich zu den normalen Optionen darfst du zurück an die Stelle, von der du zuletzt außerhalb der Penalty Area gespielt hast. Auch das kostet einen Strafschlag. Im Beispiel wäre das der Abschlag.

Ball nicht gefunden: Gilt er als in der Penalty Area?

Nur wenn bekannt oder so gut wie sicher ist, dass er in der Penalty Area liegt. Die Golfregeln meinen damit mindestens 95 Prozent Wahrscheinlichkeit. Sonst ist dein Ball verloren, und du musst mit Schlag und Distanzverlust zurück.

  • So gut wie sicher: Du hast den Ball ins Wasser fallen sehen, oder rund um den Teich ist kurz gemähtes Gras, in dem ein Ball nicht verschwinden kann.
  • Nicht sicher: Der Ball ist hinter einer Kuppe verschwunden, vor dem Bach steht hohes Gras, oder daneben beginnt der Wald.

Im zweiten Fall hilft dir der provisorische Ball. Spielst du ihn gleich, sparst du dir im schlimmsten Fall den Rückweg. Ist der Ball dagegen sicher im Wasser, ist kein provisorischer Ball erlaubt. Ein zweiter Ball vom Abschlag wäre dann sofort dein Ball im Spiel.

Typischer Fehler: Du nimmst Erleichterung aus der Penalty Area und findest danach deinen ersten Ball am Ufer. Zu spät: Sobald du einen anderen Ball ins Spiel gebracht hast, ist der erste aufgegeben. Erst suchen, dann droppen.

Was ist in der Penalty Area nicht erlaubt?

In der Penalty Area gibt es keinen unspielbaren Ball und kaum straflose Erleichterung. Meist spielst du den Ball, wie er liegt, oder zahlst einen Strafschlag. Eine Ausnahme ist die Gefährdung durch gefährliche Tiere (Regel 16.2b).

  • Kein „unspielbar“: Steckt der Ball im Schilf fest, hilft dir nur Regel 17 mit einem Strafschlag.
  • Keine straflose Erleichterung von ungewöhnlichen Platzverhältnissen wie Pfützen oder befestigten Wegen und keine für einen eingebetteten Ball.
  • Spielverbotszone: Liegt dein Ball in einem Bereich mit grünköpfigen Pfählen, darfst du ihn nicht spielen und musst Erleichterung mit Strafschlag nehmen.

Die drei häufigsten Fehler an der Penalty Area

Fast alle Fehler an der Penalty Area entstehen beim Messen, nicht beim Wissen. Diese drei kosten Anfänger regelmäßig Schläge:

  1. Seitlich droppen an einer gelben Penalty Area. Die Option gibt es dort nicht. Schlägst du von dort, spielst du vom falschen Ort, und das kostet zusätzlich die Grundstrafe von zwei Schlägen.
  2. Vom Liegeplatz statt vom Kreuzungspunkt messen. Die zwei Schlägerlängen zählen ab der Stelle, an der der Ball die Grenze überquert hat.
  3. Neben der Linie droppen. Beim Zurück auf der Linie muss der Ball auf der Linie aufkommen. Merkst du den Fehler vor dem Schlag, droppst du einfach straflos neu.

Merksatz: Erst Farbe prüfen, dann Kreuzungspunkt festlegen, dann Option wählen. In dieser Reihenfolge machst du an der Penalty Area nichts falsch.

Die Penalty Area gehört zu den Regeln, die du für die Platzreife wirklich verstanden haben solltest. Den Überblick über die anderen Situationen findest du bei den Golfregeln für Anfänger. Für den Moment am Ufer haben die Regel-Notfallkarten in der App Rough rote und gelbe Penalty Area als Schrittfolge, damit du nicht aus dem Gedächtnis rekonstruieren musst, was bei welcher Farbe gilt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen roter und gelber Penalty Area?

Bei Gelb hast du zwei Optionen mit je einem Strafschlag: zurück zur Stelle des letzten Schlags oder zurück auf der Linie. Bei Rot kommt die seitliche Erleichterung innerhalb von zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt dazu.

Wie viele Strafschläge kostet die Penalty Area?

Jede Erleichterung kostet einen Strafschlag. Landet dein Abschlag im Wasser, ist dein erster Schlag nach dem Drop Schlag 3. Spielst du den Ball, wie er liegt, gibt es keine Strafe.

Wie heißt Penalty Area auf Deutsch?

Die offiziellen deutschen Golfregeln verwenden den englischen Begriff Penalty Area. Vor 2019 hießen die Bereiche Wasserhindernis (gelb) und seitliches Wasserhindernis (rot).

Was bedeuten blaue Pfähle beim Golf?

Blau ist keine Farbe für Penalty Areas. Blaue Pfähle oder Linien markieren meist Boden in Ausbesserung, dort bekommst du straflose Erleichterung. Hat ein Pfahl einen grünen Kopf, ist der Bereich eine Spielverbotszone.

Darf ich in der Penalty Area den Schläger aufsetzen?

Ja. Für einen Ball in der Penalty Area gelten dieselben Regeln wie im Gelände. Schläger aufsetzen, beim Probeschwung den Boden berühren und lose Naturstoffe entfernen ist straflos.

Was gilt, wenn ich nicht weiß, ob mein Ball in der Penalty Area ist?

Die Optionen der Penalty Area darfst du nur nutzen, wenn bekannt oder so gut wie sicher ist, dass der Ball drin liegt, also zu mindestens 95 Prozent. Sonst ist er verloren, und du spielst mit einem Strafschlag von der Stelle des letzten Schlags.

Quellen

  1. R&A: Rules of Golf, Rule 17 (Penalty Areas)
  2. R&A: Offizielle Golfregeln, Regel 17 (deutsch)
  3. R&A: Committee Procedures, Course Marking for General Play
  4. R&A: Rules of Golf, Rule 14 (Procedures for Ball: Dropping)

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