Ratgeber · Einstieg

Golfbegriffe: Das Glossar für Einsteiger, von Albatros bis Zählspiel

Aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit · von Julius Schröder · Quellen

Kurz gesagt

Ein Birdie ist ein Schlag unter Par, ein Eagle zwei unter Par, ein Bogey ein Schlag über Par. „Unter Par“ heißt, dass du weniger Schläge brauchst als die Sollzahl von Loch oder Platz. Viele Golfbegriffe sind englisch, einige wie Penalty Area stehen genau so im deutschen Regelbuch.

Illustration zum Thema Golfbegriffe
Inhalt
  1. Birdie, Eagle, Bogey: Die Begriffe fürs Ergebnis
  2. Was heißt unter Par?
  3. Begriffe rund um den Golfplatz
  4. Schläger und Schläge
  5. Regelbegriffe, die du auf der Runde hörst
  6. Handicap und Spielformen
  7. Golfbegriffe Englisch-Deutsch
  8. Slang: Was auf dem Platz sonst gesagt wird
  9. Häufige Fragen

Beim ersten Mal auf der Runde klingt Golf wie eine Fremdsprache: Birdie, Divot, Flight, Slope. Dieses Glossar sortiert die wichtigsten Golfbegriffe nach Themen. So musst du nicht von A bis Z lesen, sondern findest direkt, was dein Mitspieler gerade gemeint hat.

Birdie, Eagle, Bogey: Die Begriffe fürs Ergebnis

Die Scoring-Begriffe beschreiben, wie viele Schläge du an einem Loch im Vergleich zum Par gebraucht hast. Par ist die festgelegte Schlagzahl für ein Loch, ein Birdie liegt einen Schlag darunter, ein Bogey einen darüber.

BegriffSchläge zum ParAuf einem Par 5
Albatros3 unter Par2
Eagle2 unter Par3
Birdie1 unter Par4
Pargenau Par5
Bogey1 über Par6
Doppelbogey2 über Par7
Triple-Bogey3 über Par8

Das Hole-in-One, auch Ass genannt, ist ein Loch mit einem einzigen Schlag. Auf einem Par 3 ist das gleichzeitig ein Eagle, auf einem Par 4 ein Albatros. Im amerikanischen Englisch heißt der Albatros auch Double Eagle.

Für Einsteiger wichtiger als der Eagle: Mit Handicap 54 bekommst du auf den meisten Plätzen rund drei Vorgabeschläge pro Loch. Ein Doppelbogey ist für dich dann netto ein Birdie und bringt 3 Punkte. Wie die Punkte zustande kommen, erklärt der Ratgeber Stableford.

Merksatz: Der Name hängt immer am Par des Lochs. Eine 4 ist auf einem Par 5 ein Birdie und auf einem Par 3 ein Bogey.

Was heißt unter Par?

Unter Par spielst du, wenn du weniger Schläge brauchst als die Sollzahl. Das gilt für ein Loch und für eine ganze Runde: Eine 70 auf einem Par-72-Platz ist „zwei unter Par“.

  • Unter Par: weniger Schläge als Par, auf Scoreboards mit Minus geschrieben, etwa −2.
  • Über Par: mehr Schläge als Par, etwa +18.
  • Level Par oder Even Par: genau Par gespielt, auf Scoreboards oft als „E“.
  • Brutto: deine tatsächlichen Schläge.
  • Netto: Brutto minus deine Vorgabeschläge.

Das Par eines Platzes ist die Summe der Pars aller Löcher, bei 18 Löchern meist 70 bis 73. Profis spielen brutto unter Par. Für Einsteiger ist netto Par das realistische Ziel, und das entspricht bei Stableford genau 36 Punkten.

Begriffe rund um den Golfplatz

Die Golfregeln teilen den Platz in fünf Bereiche: Abschlag, Gelände, Bunker, Penalty Area und Grün. Alles außerhalb der Platzgrenzen ist Aus.

  • Abschlag: Startfläche eines Lochs, zwischen den Abschlagmarkierungen und zwei Schlägerlängen tief. Das Tee ist außerdem der kleine Stift, auf den du den Ball legst.
  • Gelände: alles, was nicht Abschlag, Bunker, Penalty Area oder Grün des gespielten Lochs ist, also etwa Fairway, Rough und Vorgrün.
  • Fairway: kurz gemähte Spielbahn zwischen Abschlag und Grün.
  • Rough: höheres Gras neben dem Fairway.
  • Vorgrün: kurz gemähter Rand ums Grün. Regeltechnisch gehört er zum Gelände, nicht zum Grün.
  • Bunker: speziell hergerichtete Sandfläche, meist eine Vertiefung.
  • Penalty Area: rot oder gelb markierter Bereich, früher „Wasserhindernis“. Erleichterung kostet einen Strafschlag, Details im Ratgeber Penalty Area.
  • Grün: die Fläche zum Putten, mit dem Loch.
  • Aus: englisch Out of Bounds, meist mit weißen Pfählen oder Linien markiert.
  • Dogleg: Spielbahn mit Knick nach links oder rechts.
  • Divot: herausgeschlagenes Rasenstück, gehört zurückgelegt.
  • Pitchmarke: Einschlagdelle des Balls auf dem Grün, wird ausgebessert.
  • Stroke Index: Schwierigkeitsrang der Löcher von 1 bis 18 auf der Scorekarte. Er verteilt deine Vorgabeschläge.

Schläger und Schläge

Die Schlägerbegriffe sagen, womit du spielst, die Schlagbegriffe, was der Ball dabei tut. Für den Anfang reichen diese:

  • Driver: Holz 1, der Schläger mit dem längsten Schaft, meist für den Abschlag.
  • Hybrid: Mischung aus Holz und Eisen, ersetzt lange Eisen und ist für Einsteiger meist leichter zu treffen.
  • Eisen: nummerierte Schläger. Je höher die Zahl, desto kürzer und höher fliegt der Ball.
  • Wedge: Eisen mit viel Loft für kurze, hohe Schläge, etwa Pitching Wedge und Sandwedge.
  • Putter: Schläger, mit dem du den Ball auf dem Grün rollst.
  • Loft: Neigung der Schlagfläche. Mehr Loft heißt höher und kürzer.
  • Chip: kurzer, flacher Schlag am Grünrand, bei dem der Ball mehr rollt als fliegt.
  • Pitch: höherer Schlag zum Grün, bei dem der Ball steil landet und schnell liegen bleibt.
  • Up and Down: Grün verfehlt, aber mit einem Schlag aufs Grün und einem Putt trotzdem eingelocht.
  • Slice und Hook: starke Kurve nach rechts beziehungsweise links, jeweils für Rechtshänder.
  • Top und Fett: Ball zu weit oben getroffen, er hoppelt flach davon, beziehungsweise zuerst den Boden vor dem Ball getroffen.

Welche Schläger du am Anfang wirklich brauchst, steht im Ratgeber Golfschläger für Anfänger.

Regelbegriffe, die du auf der Runde hörst

Regelbegriffe klingen sperrig, beschreiben aber einfache Abläufe. Diese stehen so im offiziellen deutschen Regelbuch:

  • Grundstrafe: zwei Strafschläge im Zählspiel, Lochverlust im Lochspiel.
  • Schlag und Distanzverlust: ein Strafschlag, und du spielst von der Stelle des vorigen Schlags. Das ist die Strafe für Aus und verlorenen Ball.
  • Provisorischer Ball: ein zweiter Ball, den du spielst, falls der erste verloren oder im Aus sein könnte. Mehr im Ratgeber provisorischer Ball.
  • Erleichterung: erlaubter Weg, den Ball an eine andere Stelle zu bringen, mit oder ohne Strafschlag.
  • Droppen: den Ball aus Kniehöhe senkrecht fallen lassen.
  • Schlägerlänge: die Länge deines längsten Schlägers außer dem Putter, meist also der Driver. Damit werden Erleichterungsbereiche abgemessen.
  • Boden in Ausbesserung: von der Spielleitung festgelegte, meist markierte Fläche, aus der du straflos Erleichterung bekommst.
  • Zeitweiliges Wasser: vorübergehende Wasseransammlung außerhalb einer Penalty Area, etwa eine Pfütze.
  • Hemmnis: künstlicher Gegenstand wie Weg, Sprinklerkopf oder Bank. Aus-Pfähle zählen nicht dazu.
  • Lose hinderliche Naturstoffe: lose Blätter, Äste und Steine.
  • Platzregel: Sonderregel, die die Spielleitung für ihren Platz oder ein Turnier festlegt.
  • Zähler: die Person, die deine Schläge auf der Scorekarte notiert und bestätigt.

Handicap und Spielformen

Das Handicap beschreibt dein Spielpotenzial. Es wird aus deinen besten Runden berechnet und bestimmt, wie viele Vorgabeschläge du auf einem Platz bekommst.

  • Handicap-Index (HCPI): Durchschnitt der besten 8 deiner letzten 20 Score Differentials, höchstens 54,0. Die Rechnung steht im Ratgeber Handicap berechnen.
  • Course Rating: erwartetes Ergebnis eines Scratch-Golfers, also eines Spielers mit Handicap 0, von einem bestimmten Abschlag.
  • Slope: Schwierigkeit des Platzes für Bogey-Golfer im Vergleich zu Scratch-Golfern, Skala 55 bis 155, Standard 113.
  • Course Handicap: deine Vorgabeschläge auf diesem Platz von diesem Abschlag. So rechnest du es aus: Ratgeber Course Handicap.
  • Netto-Doppelbogey: Par plus 2 plus deine Vorgabeschläge auf dem Loch. Mehr zählt pro Loch fürs Handicap nicht, bei Course Handicap über 54 höchstens Par plus 5.
  • RPR: registrierte Privatrunde, vorab angemeldet und mit Zähler, zählt fürs Handicap.
  • Zählspiel: Alle Schläge werden addiert.
  • Stableford: Punkte pro Loch nach dem Netto-Ergebnis, Netto-Par bringt 2 Punkte.
  • Lochspiel: Loch für Loch gegen einen Gegner, gezählt werden gewonnene Löcher.
  • Vierer: zwei Spieler, ein Ball, abwechselnd geschlagen.
  • Vierball: zwei Spieler mit je eigenem Ball, das bessere Ergebnis zählt.
  • Scramble: Alle schlagen, das Team wählt den besten Ball und spielt von dort weiter.
  • Flight: deine Spielergruppe, meist zwei bis vier Spieler.

Wenn du auf der Runde schnell etwas nachschlagen willst: Rough hat ein Glossar mit 70 Begriffen, das ohne Konto funktioniert.

Golfbegriffe Englisch-Deutsch

Die Golfregeln werden von R&A und USGA auf Englisch herausgegeben. Die deutsche Fassung des DGV übersetzt die meisten Begriffe, übernimmt einige aber unverändert, etwa Penalty Area.

EnglischDeutsch im RegelbuchKurz erklärt
Out of BoundsAusaußerhalb der Platzgrenzen
Teeing AreaAbschlagStartbereich des Lochs
General AreaGeländeFairway, Rough und Co.
Putting GreenGrünFläche mit dem Loch
Penalty AreaPenalty Arearote oder gelbe Zone
Stroke and DistanceSchlag und Distanzverlust1 Strafschlag, zurück zur vorigen Stelle
General PenaltyGrundstrafe2 Strafschläge im Zählspiel
Provisional Ballprovisorischer BallBall auf Verdacht
Relief AreaErleichterungsbereichZone, in die du droppst
Ground under RepairBoden in Ausbesserungmarkierte Schonfläche
Temporary Waterzeitweiliges WasserPfütze außerhalb einer Penalty Area
Loose Impedimentslose hinderliche NaturstoffeBlätter, Äste, Steine
ObstructionHemmnisWeg, Sprinkler, Bank
CommitteeSpielleitungwer Platz oder Turnier leitet
MarkerZählernotiert deine Schläge
Stroke PlayZählspielalle Schläge zählen
Match PlayLochspielLoch für Loch
FoursomesViererzwei Spieler, ein Ball
Four-BallVierballzwei Spieler, zwei Bälle
Local RulePlatzregelSonderregel für Platz oder Turnier

Slang: Was auf dem Platz sonst gesagt wird

Nicht alles, was du auf der Runde hörst, steht im Regelbuch. Diese Ausdrücke gehören zur Umgangssprache, und einer davon ist Pflicht:

  • Fore!: internationaler Warnruf, wenn ein Ball Menschen treffen könnte. Der einzige Ausdruck, den du ab dem ersten Tag laut rufen können musst.
  • Gimme: geschenkter kurzer Putt. Nur privat oder im Lochspiel, im Zählspiel wird eingelocht.
  • Mulligan: Wiederholungsschlag ohne Strafe. Nur unter Freunden, nie im Turnier und nie in einer Runde fürs Handicap.
  • Schneemann: eine 8 auf einem Loch, weil die Ziffer so aussieht.
  • Texas Wedge: der Putter, gespielt von außerhalb des Grüns.
  • Kakao: tiefes Rough, in dem der Ball gern verschwindet.
  • Neunzehntes Loch: das Clubhaus, genauer gesagt die Bar.

Mehr brauchst du für die ersten Runden nicht. Den Rest lernst du auf dem Platz, meistens in dem Moment, in dem jemand „Schneemann“ sagt und dich dabei ansieht.

Häufige Fragen

Was ist ein Birdie beim Golf?

Ein Birdie ist ein Loch, das du mit einem Schlag weniger als Par beendest. Auf einem Par 4 sind das drei Schläge.

Was ist besser, Eagle oder Birdie?

Der Eagle. Er steht für zwei Schläge unter Par, der Birdie für einen. Noch seltener ist der Albatros mit drei Schlägen unter Par.

Was bedeutet unter Par im Golf?

Du brauchst weniger Schläge als die Sollzahl. Eine 70 auf einem Par-72-Platz heißt „zwei unter Par“, auf Scoreboards steht dann −2.

Was ist ein Bogey?

Ein Schlag über Par. Zwei Schläge über Par heißen Doppelbogey, drei Triple-Bogey. Mit Handicap 54 ist ein Doppelbogey auf vielen Löchern netto ein Birdie.

Warum gibt es so viele englische Golfbegriffe?

Die Golfregeln werden von R&A und USGA auf Englisch herausgegeben. Der DGV übersetzt sie, übernimmt aber einige Begriffe wie Penalty Area unverändert, und im Clubleben halten sich viele englische Ausdrücke.

Quellen

  1. Das Wörterbuch für Golfeinsteiger (golf.de)
  2. Offizielle Golfregeln 2023, deutsche Ausgabe (DGV)

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