Ratgeber · Regeln

Golfregeln für Anfänger: Die 10 Situationen, die jede Einsteigerrunde abdecken

Aktualisiert am · 9 Min. Lesezeit · von Julius Schröder · Quellen

Kurz gesagt

Für deine ersten Runden brauchst du vor allem zehn Regeln: Aus und verlorener Ball kosten Schlag und Distanzverlust, Penalty Area und unspielbarer Ball je einen Strafschlag, und im Zählspiel wird jeder Ball eingelocht. 2026 gelten die Golfregeln 2023, die nächste Ausgabe erscheint zum 1. Januar 2028.

Illustration zum Thema Golfregeln für Anfänger
Inhalt
  1. Welche Golfregeln gelten 2026?
  2. Die wichtigsten Golfregeln kompakt
  3. 1. Ball im Aus: Schlag und Distanzverlust
  4. 2. Verlorener Ball: Nach drei Minuten ist Schluss
  5. 3. Provisorischer Ball: vorher ansagen
  6. 4. Penalty Area: rot oder gelb
  7. 5. Ball unspielbar: Du entscheidest
  8. 6. Richtig droppen: aus Kniehöhe
  9. 7. Weg, Sprinkler, Pfütze: straflose Erleichterung
  10. 8. Im Bunker: Sand nicht testen
  11. 9. Auf dem Grün: markieren, ausbessern, Fahne drin lassen
  12. 10. Schläge zählen und einlochen
  13. Was sonst noch oft passiert
  14. Golfregeln-Test: Fünf Fragen zum Selbstcheck
  15. Häufige Fragen

Das Regelbuch hat 24 Regeln und dazu viele Seiten Erläuterungen. Für deine ersten Runden brauchst du nur einen Bruchteil davon. Diese zehn Situationen passieren auf fast jeder Einsteigerrunde, und wer sie beherrscht, spielt regelkonform und zügig.

Welche Golfregeln gelten 2026?

2026 gelten die Golfregeln 2023 von R&A und USGA, in Deutschland in der offiziellen Übersetzung des DGV. Die nächste Ausgabe erscheint laut R&A zum 1. Januar 2028.

Zum 1. Januar 2026 kamen zwei neue und vier überarbeitete Musterplatzregeln dazu. Die zwei neuen gelten nur für Turniere mit Referees und Fernsehübertragung. Die vier überarbeiteten kann dein Club als Platzregel einführen, etwa ein internes Aus, das nur für den Abschlag gilt. Für deine Clubrunde ändert sich dadurch wenig.

Zwei Begriffe brauchst du für alles Weitere:

  • Grundstrafe: zwei Strafschläge im Zählspiel, Lochverlust im Lochspiel.
  • Platzregeln: Sonderregeln deines Clubs, oft auf der Scorekarte oder im Aushang. Lies sie vor der Runde.

Die wichtigsten Golfregeln kompakt

Diese Tabelle fasst die zehn Situationen zusammen. Die Abschnitte darunter erklären, was du auf dem Platz konkret tust.

SituationStrafeMerke
1. Ball im Aus1 Strafschlagzurück zur vorigen Stelle
2. Ball verloren1 Strafschlagnach 3 Minuten Suche
3. Provisorischer Ballkeine eigenevor dem Schlag ansagen
4. Penalty Area0 oder 1spielen oder Erleichterung
5. Ball unspielbar1 Strafschlagdu entscheidest
6. Droppenkeineaus Kniehöhe
7. Weg, Sprinkler, Pfützekeinenächstgelegener Punkt plus 1 Schlägerlänge
8. Bunker2 bei SandkontaktSand nicht testen
9. Grün2 bei Balltreffermarkieren, Fahne darf drin bleiben
10. EinlochenDisqualifikationim Zählspiel jeden Ball einlochen

1. Ball im Aus: Schlag und Distanzverlust

Liegt dein Ball im Aus, kostet das einen Strafschlag, und du spielst von der Stelle des letzten Schlags erneut (Regel 18.2). Ging der Abschlag ins Aus, ist dein nächster Abschlag dein dritter Schlag.

Das Aus ist meist mit weißen Pfählen oder Linien markiert. Der Ball ist erst im Aus, wenn er vollständig jenseits der Grenze liegt, also jenseits der Linie entlang der platzseitigen Punkte der Pfähle. Aus-Pfähle sind keine Hemmnisse: Du darfst sie nicht entfernen und bekommst keine Erleichterung.

Hat dein Club die Platzregel E-5 in Kraft gesetzt, darfst du statt zurückzugehen mit zwei Strafschlägen droppen: zwischen der Stelle, an der der Ball ins Aus ging oder verloren ist, und dem nächstgelegenen Fairwayrand, plus je zwei Schlägerlängen nach außen und ins Fairway. Näher zum Loch als diese Stelle darfst du nicht droppen. Das geht nicht, wenn du schon einen provisorischen Ball gespielt hast. Bei vielen Verbandswettspielen ist E-5 nicht erlaubt.

2. Verlorener Ball: Nach drei Minuten ist Schluss

Findest du deinen Ball nicht innerhalb von drei Minuten, nachdem die Suche begonnen hat, ist er verloren. Die Strafe ist dieselbe wie im Aus: ein Strafschlag und zurück zur vorigen Stelle.

Taucht der Ball in Minute vier auf, ist er trotzdem verloren. Bewegst du ihn beim Suchen versehentlich, legst du ihn straflos zurück.

Typischer Fehler: Erst zum Ball gehen, drei Minuten suchen und dann merken, dass du zurück zum Abschlag musst. Das kostet dich einen Strafschlag und die Gruppe hinter dir zehn Minuten. Deshalb gibt es Situation 3.

3. Provisorischer Ball: vorher ansagen

Könnte dein Ball außerhalb einer Penalty Area verloren oder im Aus sein, spielst du sofort einen provisorischen Ball (Regel 18.3). Du musst ihn vor dem Schlag ansagen, am sichersten mit dem Wort „provisorisch“.

  • Findest du den ursprünglichen Ball innerhalb von drei Minuten auf dem Platz, spielst du ihn weiter und hebst den provisorischen auf.
  • Ist der ursprüngliche Ball verloren oder im Aus, wird der provisorische mit einem Strafschlag zu deinem Ball: Abschlag 1, Strafschlag 2, der provisorische Abschlag ist Schlag 3.
  • Spielst du den provisorischen Ball von einer Stelle näher am Loch als der vermutete Ort des ursprünglichen Balls, ist er automatisch dein Ball im Spiel.

„Ich spiel noch einen“ reicht als Ansage nicht. Dann gilt der zweite Ball als neuer Ball im Spiel mit Schlag und Distanzverlust, und der erste ist raus, auch wenn er zwei Meter neben dem Fairway liegt. Alle Sonderfälle stehen im Ratgeber provisorischer Ball.

4. Penalty Area: rot oder gelb

Liegt dein Ball in einer Penalty Area, darfst du ihn straflos spielen, wie er liegt, oder mit einem Strafschlag Erleichterung nehmen (Regel 17). Welche Optionen du hast, hängt von der Farbe ab.

Option mit 1 StrafschlagGelbRot
Zurück zur Stelle des vorigen Schlagsjaja
Auf der Linie zurück: Loch, Kreuzungspunkt, beliebig weit nach hintenjaja
Seitlich: zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt, nicht näher zum Lochneinja

Der Kreuzungspunkt ist die Stelle, an der dein Ball zuletzt die Grenze der Penalty Area überquert hat. Spielst du aus der Penalty Area, darfst du den Schläger aufsetzen und lose Blätter entfernen.

Wird der Ball nicht gefunden, gelten diese Optionen nur, wenn bekannt oder so gut wie sicher ist, dass er in der Penalty Area liegt. Sonst ist er verloren. Mehr im Ratgeber Penalty Area.

5. Ball unspielbar: Du entscheidest

Du darfst deinen Ball überall für unspielbar erklären, außer in einer Penalty Area (Regel 19). Das kostet einen Strafschlag, und du hast drei Optionen:

  1. Zurück zur Stelle des vorigen Schlags.
  2. Auf der Linie zurück: auf der Linie vom Loch durch den Ball beliebig weit nach hinten droppen.
  3. Seitlich: innerhalb von zwei Schlägerlängen neben dem Ball droppen, nicht näher zum Loch.

Im Bunker müssen Option 2 und 3 im Bunker bleiben. Zusätzlich darfst du auf der Linie zurück außerhalb des Bunkers droppen, das kostet dann aber insgesamt zwei Strafschläge.

6. Richtig droppen: aus Kniehöhe

Beim Droppen lässt du den Ball aus Kniehöhe senkrecht fallen, ohne ihn zu werfen, zu drehen oder zu rollen (Regel 14.3). Er muss im Erleichterungsbereich landen und dort liegen bleiben.

  • Straflose Erleichterung: Der Erleichterungsbereich misst eine Schlägerlänge.
  • Seitliche Erleichterung mit Strafe: zwei Schlägerlängen.
  • Auf der Linie zurück: Du droppst auf der Linie. Erlaubt ist dann eine Schlägerlänge in jede Richtung um die Stelle, an der der Ball aufkommt, aber nicht näher zum Loch als der Bezugspunkt: bei der Penalty Area der Kreuzungspunkt, beim unspielbaren Ball die Stelle des Balls.
  • Schlägerlänge: dein längster Schläger außer dem Putter, meist also der Driver.

Rollt der Ball aus dem Erleichterungsbereich, droppst du ein zweites Mal. Rollt er wieder heraus, legst du ihn an die Stelle, an der er beim zweiten Drop zuerst den Boden berührt hat.

7. Weg, Sprinkler, Pfütze: straflose Erleichterung

Stört ein befestigter Weg, ein Sprinklerkopf, Boden in Ausbesserung, zeitweiliges Wasser oder ein Tierloch deine Lage, deinen Stand oder deinen Schwung, bekommst du straflose Erleichterung (Regel 16.1).

  1. Bestimme den nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung: die nächste Stelle, nicht näher zum Loch, an der nichts mehr stört.
  2. Miss von dort eine Schlägerlänge ab, nicht näher zum Loch.
  3. Droppe in diesem Bereich, im selben Bereich des Platzes wie der Punkt.

Eine Seitenwahl gibt es nicht. Liegt der nächstgelegene Punkt im Rough, droppst du im Rough. Stört das Hemmnis nur deine Spiellinie, gibt es im Gelände keine Erleichterung.

Harken und andere bewegliche Hemmnisse darfst du überall wegnehmen. Lose Blätter und Äste auch, aber bewegt sich dabei dein Ball außerhalb des Grüns, kostet das einen Strafschlag.

8. Im Bunker: Sand nicht testen

Im Bunker darfst du den Sand vor deinem Schlag nicht testen und ihn mit dem Schläger nicht an bestimmten Stellen berühren, sonst gibt es die Grundstrafe (Regel 12.2b). Verboten ist:

  • den Sand absichtlich mit Hand, Schläger oder Harke zu testen,
  • den Sand mit dem Schläger unmittelbar vor oder hinter dem Ball zu berühren,
  • den Sand beim Probeschwung oder im Rückschwung zu berühren.

Erlaubt sind: Füße für einen festen Stand eingraben, lose Blätter und Steine entfernen, die Harke ablegen, dich auf den Schläger stützen. Nach dem Schlag harkst du deine Spuren glatt.

9. Auf dem Grün: markieren, ausbessern, Fahne drin lassen

Auf dem Grün darfst du deinen Ball markieren, aufnehmen, reinigen und zurücklegen (Regel 13). Die Fahne darf beim Putten im Loch bleiben, trifft der Ball sie, ist das straflos.

  • Marker direkt hinter oder neben den Ball legen, dann aufnehmen.
  • Pitchmarken, Spikespuren und andere Schäden darfst du ausbessern.
  • Bewegst du deinen Ball oder Marker versehentlich, legst du ihn straflos zurück.
  • Trifft dein Putt im Zählspiel einen anderen ruhenden Ball auf dem Grün, bekommst du die Grundstrafe. Bitte Mitspieler also, ihren Ball zu markieren.
  • Liegt dein Ball auf einem falschen Grün, also dem Grün eines anderen Lochs, musst du straflose Erleichterung nehmen.

10. Schläge zählen und einlochen

Ein Schlag ist jede Vorwärtsbewegung des Schlägers, mit der du den Ball treffen willst. Der Luftschlag zählt also, der Probeschwung nicht. Strafschläge kommen zu deinen Schlägen dazu.

Im Zählspiel musst du an jedem Loch einlochen (Regel 3.3c). Hebst du einen kurzen Putt auf, ohne einzulochen, musst du das korrigieren, bevor du am nächsten Loch abschlägst, am letzten Loch vor Abgabe der Scorekarte. Sonst bist du disqualifiziert. Bei Stableford, Maximum Score und Par/Bogey gibt es diese Disqualifikation nicht.

Auf der Scorekarte zählt jedes Lochergebnis. Ein zu hohes Ergebnis bleibt stehen, ein zu niedriges führt zur Disqualifikation. Wie die Punkte bei Stableford entstehen, erklärt der Ratgeber Stableford.

Merksatz: Im Zählspiel wird jeder Ball eingelocht, auch der 30-Zentimeter-Putt. Der geschenkte Putt ist die häufigste Einsteiger-Disqualifikation, und die vermeidbarste.

Was sonst noch oft passiert

Ein paar weitere Situationen kommen auf Einsteigerrunden regelmäßig vor. Die Folgen im Überblick:

  • Ball fällt beim Ansprechen vom Tee: straflos neu aufteen, er war noch nicht im Spiel.
  • Ball von außerhalb des Abschlags gespielt: zwei Strafschläge, der Schlag zählt nicht, neu vom Abschlag.
  • Falschen Ball gespielt: zwei Strafschläge, der Schlag zählt nicht, mit deinem Ball weiterspielen.
  • Ball selbst bewegt, etwa beim Probeschwung: ein Strafschlag, zurücklegen. Auf dem Grün und beim Suchen straflos.
  • Ball trifft dich oder einen Mitspieler versehentlich: straflos, spielen, wie er liegt. Ausnahme: Ein Putt vom Grün trifft einen Mitspieler, dann wiederholst du den Putt.
  • Unsicher, was gilt: Im Zählspiel darfst du das Loch mit zwei Bällen beenden und informierst die Spielleitung vor Abgabe der Scorekarte (Regel 20.1c).

Für den Moment auf dem Platz, in dem du gerade nicht weißt, was gilt: Die 14 Regel-Notfallkarten in der App Rough führen dich Schritt für Schritt durch solche Situationen.

Golfregeln-Test: Fünf Fragen zum Selbstcheck

Teste dich, bevor du auf die Runde gehst. Die Antwort steht jeweils direkt dahinter.

  1. Dein Abschlag geht ins Aus, E-5 gilt nicht. Welcher Schlag ist dein nächster Abschlag? Antwort: Schlag 3.
  2. Dein Drop rollt zweimal aus dem Erleichterungsbereich. Was jetzt? Antwort: Hinlegen, wo der Ball beim zweiten Drop zuerst aufkam.
  3. Ball unspielbar im Bunker, du droppst auf der Linie zurück außerhalb des Bunkers. Wie viele Strafschläge? Antwort: zwei.
  4. Dein Ball liegt auf einem befestigten Weg, der nächstgelegene Punkt vollständiger Erleichterung ist im Rough. Darfst du die Fairwayseite wählen? Antwort: Nein.
  5. Du hebst im Zählspiel einen kurzen Putt auf und schlägst am nächsten Loch ab. Folge? Antwort: Disqualifikation.

Mehr Übung bietet das Regelquiz des DGV auf golf.de mit den Fragen der Platzreife-Prüfung. Wie diese Prüfung abläuft, steht im Ratgeber Platzreife.

Häufige Fragen

Welche Golfregeln gelten 2026?

Es gelten die Golfregeln 2023 von R&A und USGA. Zum 1. Januar 2026 kamen nur zwei neue und vier überarbeitete Musterplatzregeln dazu. Die zwei neuen gelten nur für Turniere mit Referees und Fernsehübertragung. Die nächste Ausgabe der Golfregeln erscheint zum 1. Januar 2028.

Wie lange darf man nach einem Golfball suchen?

Drei Minuten ab Beginn der Suche. Findest du den Ball in dieser Zeit nicht, ist er verloren, und du spielst mit einem Strafschlag von der Stelle des vorigen Schlags.

Was kostet ein Ball im Aus?

Einen Strafschlag, und du spielst von der Stelle des letzten Schlags erneut. Ging der Abschlag ins Aus, ist dein nächster Abschlag dein dritter Schlag.

Wie droppt man beim Golf richtig?

Den Ball aus Kniehöhe senkrecht fallen lassen, ohne ihn zu werfen. Er muss im Erleichterungsbereich landen und liegen bleiben. Rollt er zweimal hinaus, legst du ihn dort hin, wo er beim zweiten Drop zuerst aufkam.

Muss man beim Golf jeden Ball einlochen?

Im Zählspiel ja. Wer nicht einlocht und den Fehler nicht vor dem Abschlag am nächsten Loch korrigiert, ist disqualifiziert. Bei Stableford und Maximum Score darfst du aufheben, wenn das Loch für die Wertung erledigt ist.

Quellen

  1. Offizielle Golfregeln 2023, deutsche Ausgabe (DGV)
  2. New and Updated Model Local Rules for 2026 (The R&A)
  3. Failure to hole out in stroke play (The R&A)

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